Mittwoch, 14. November 2007

beaujolais_46481.jpg“Beaujolais nouveau est arrivé” – “Der neue Beaujolais ist da.” Auf diesen Satz warten Weinfreunde jedes Jahr. Der Beaujolais Primeur kommt am dritten Donnerstag im November, in diesem Jahr am 15., in den Handel. Um den Tropfen, der von Weinkennern eher skeptisch betrachtet wird, ist ein wahrer Kult entstanden. In Frankreich werden die Bistros schon um Mitternacht gestürmt, um ein Glas von dem neuen Beaujolais bekommen, zu den größten ausländischen Abnehmern gehören Japan, die USA und Deutschland.

Der Primeur war der erste Wein, der schon im Jahr seiner Herstellung verkauft werden durfte. Am 13. November 1951 erstritten sich die Winzer eine Ausnahmegenehmigung vom französischen Weinrecht. Die Form der Vermarktung, den Wein am dritten Novemberdonnerstag einzuführen, wurde von Georges Duboeuf 1953 begonnen.

Ursprünglich war das Trinken des jungen Primeurs nur eine Freizeitbeschäftigung englischer Dandys. Sie flogen in das Burgund, um sich den allerersten neuen Wein zu beschaffen. Doch schon lange ist das Trinken des Beaujolais Primeur nicht mehr nur ein Vergnügen für die Upper-Class. Fast eine Million Hektoliter aus rund 25 Millionen Flascen rinnen weltweit durch die Kehlen der Weinfreunde.



Donnerstag, 30. August 2007

pict0120.JPGDie Bezeichnung lässt anderes vermuten, doch sie ist irreführend. Der Name ist in Wirklichkeit nur als Marketingtrick erfunden worden. In den englischen Wine Gums ist nämlich überhaupt kein Wein enthalten.

1909 erfand Charles Gordon Maynard diese mittlerweile in Großbritannien beliebteste Süßigkeit. Sein Vater, ein strenger Methodist und Antialkoholiker hätte ihn deswegen fast aus der Süßwarenfabrik gefeuert, weil er natürlich glaubte sie enthielte Wein. Doch sein Sohn konnte ihn überzeugen, dass zum Rezept kein Alkohol gehört und er den Namen nur gewählt hatte, weil das Naschen der Fruchtgummis so gut wie der Genuss eines Glases Wein sei.

Dennoch stehen auf den traditionellen Wine Gums, die seit 1990 von der Firma Bassett produziert werden, die Bezeichnungen “Port”, “Sherry”, “Burgundy”, “Champagne” und “Claret”. Laut Hersteller sind die Farben Rot und Schwarz am populärsten, werden von 80 Prozent der Süßschnäbel am liebsten vernascht.



Freitag, 10. August 2007

32.jpgZugegeben, vier Wochen sind ein bisschen wenig, um für einen Marathon zu trainieren. Wer aber am 8. September im Raum Bordeaux ist, sollte sich den Marathon du Médoc nicht entgehen lassen. Auf sportliche Höchstleistungen kommt es dabei weniger an. Der Genuss steht im Vordergrund und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Städtchen Pauillac ist weltberühmt für seine Weine. Zu seinem Weinbaugebiet gehören die Châteaux Lafite-Rothschild, Latour und Mouton-Rothschild. Namen, die nicht nur Weinkennern ein Begriff sind. Am ersten Septemberwochenende aber ist Pauillac im Marathonfieber.

Und die zumeist verkleideten Läufer sind es auch. Sie müssen nicht nur 42,195 Kilometer absolvieren, sondern auch über 20 Verpflegungsstationen. An denen gibt es neben den üblichen langweiligen Sachen wie Wasser, Elektrolytgetränken und Obst natürlich besten Wein, Käse, Wildschweinbraten und Austern.

Kein Wunder, dass viele Teilnehmer den Marathon eher als eine Wanderung durch die Weinberge ansehen. Allerdings muss die Strecke nach sechseinhalb Stunden geschafft sein. Doch keine Sorge, nach dem Zieleinlauf wird natürlich weitergefeiert.