Auch wenn die Temperaturen in den nächsten Tagen wieder steigen sollten, der Wechsel auf Winterreifen ist jetzt ein Muss, sagt der Auto Club Europa (ACE). In einer “Lektion Winterreifen” begründet der Club, wie wichtig eine geeignete Bereifung zur Gewährleistung der Fahrsicherheit ist.
Woran sind Winterreifen zu erkennen?
Äußere Merkmale, die auf Winterreifen hinweisen, sind: M+S-Kennzeichnung, Schneeflockensymbol und Lamellen. Eine gesetzliche Zulassungsvorschrift für die Beschaffenheit von Winterreifen existiert aber nicht.
Welche Eignung müssen Winterreifen haben?
Korrekte Profiltiefe: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt europaweit bei 1,6 Millimetern. Doch es ist riskant, Winterreifen bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe abzufahren. Der Reifen kann seine Wintertauglichkeit verlieren, wenn die Profiltiefe vier Millimeter unterschreitet.
Welche Bedeutung hat die M+S-Kennzeichnung (auch M/S und MS)?
Diese Kennzeichnung darf jeder Hersteller an seinen Reifen anbringen, ohne dass es dafür rechtliche Grundlagen gibt. M+S steht dabei für Matsch und Schnee, oder auch englisch für Mud and Snow. In den 50er Jahren begann man damit, grobstolligere Profile für Matsch und Schnee mit diesem Zeichen zu kennzeichnen. Inzwischen gibt es Länder, in denen nahezu jeder Reifen diese M+S-Kennzeichnung trägt, egal, ob Winterreifen oder nicht. Die Aussagekraft über die Wintereigenschaften ist daher begrenzt.
Was hat es mit dem Schneeflockensymbol auf sich?
Hinter dem Schneeflockensymbol steht eine vereinheitlichte Prüfung mit definierten Kriterien. Hier wird der Reifen mit einem standardisierten Reifen verglichen. Schafft der Reifen bessere Werte als der Vergleichsreifen, erhält er das Schneeflockensymbol. Diese Prüfung wurde nötig, nachdem in den USA fast ausschließlich Reifen mit M+S- Kennung angeboten wurden und die Verbraucher nicht mehr unterscheiden konnten, ob ein Reifen Wintereigenschaften aufwies, oder nicht. Seit etwa fünf Jahren setzt sich das Schneeflockensymbol auch in Europa immer mehr durch und steht mittlerweile als eine Art Gütesiegel für Winterreifen. Ein mit einem Schneeflockensymbol ausgezeichneter Reifen befindet sich in der Regel im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit von Winterreifen, wie Tests immer wieder belegen.
Was heisst “Spezielle Laufflächenmischung”?
Winterreifen haben eine spezielle Laufflächenmischung, die dafür sorgt, dass das Gummi auch bei tieferen Temperaturen nicht verhärtet. Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifenmischungen können Experten anhand der Härte der Laufstreifenmischung erkennen. Für Laien sind die Unterschiede kaum zu sehen. Erst im Vergleich fallen Unterschiede auf, wenn man zum Beispiel mit dem Fingernagel auf das Gummi drückt.
Was ist von Ganzjahresreifen zu halten?
Neben reinen Sommer- und Winterreifen gibt es auch so genannte Ganzjahresreifen (All Season). Diese Reifen stellen einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Auch Ganzjahresreifen können ein Schneeflockensymbol tragen, eine M+S Kennung haben sie alle.
Droht Strafe bei Sommerreifen im Winter?
In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist verankert, dass die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen “an die Wetterverhältnisse anzupassen” ist. Demnach muss jedes Auto über eine “geeignete Bereifung” verfügen. Wer hiergegen verstößt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Bei einer Behinderung des Straßenverkehrs sind 40 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig. Diese StVO-Vorschrift ist entgegen anderslautender Behauptungen aber nicht gleichbedeutend mit einer gesetzlichen “Winterreifenpflicht”. Die gibt es so nur in Österreich und zwar in der Zeit vom 1. November bis 15. April für PKW, Kombi und LKW mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht.
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