Dienstag, 11. November 2008

neapel“Oh mein Gott! Wie sollen wir da bloß reinpassen?” Als das Ehepaar Stolle aus Bremen zum ersten Mal das Rotel betritt, ist der Schock groß, denn das Urlaubsdomizil besteht aus einem LKW-Anhänger, der an einen etwas zu groß geratenen Schuhschrank erinnert. Die einzelnen Schlafboxen sind knapp zwei Meter lang, 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch. Nichts für Leute mit Platzangst.

In Neapel geht die Reise mit dem rollenden Hotel los. Die Tour führt einmal rund um den “unteren Stiefel” Italiens. Über 3.000 Kilometer werden in 14 Tagen zurückgelegt. Keine Entspannungsreise für die 38 Gäste. 1.200 Euro pro Person kostet die gesamte Reise mit Flug aus Deutschland. So billig ist kaum ein anderer Reiseveranstalter, aber so spartanisch auch nicht. Die Nächte an Bord sind gewöhnungsbedürftig. Man liegt zwar alleine oder zu zweit in seiner Koje, aber die Plastikwände zum nächsten Passagier sind nur ein paar Millimeter dick. Das heißt, nervige Geräusche die ganze Nacht.

Busfahrer Reinhard Freudenstein ist Fahrer, Koch und die gute Seele der ganzen Reise. Doch dieses Mal scheint er vom Pech verfolgt. Sein Bus will einfach nicht mitspielen. Erst versagt die Klimaanlage den Dienst und dann tropft es auch noch aus ihr raus, immer schön auf die Gäste runter. Doch Rotelreisende sind hart im Nehmen: Sie spannen einfach ihre Regenschirme auf.

Die Erlebnisse im rollenden Schuhkarton werden am 12. November im Rahmen der Serie Campingwelten ab 12.30 Uhr auf dem MDR gezeigt.

Foto: Paul-Georg Meister/Pixelio



Donnerstag, 6. September 2007

2004_04_223.jpgDeutsche gründen Vereine, Engländer Clubs und Italiener offenbar Associazioni. Ein wenig skurril mutet die Associazione Verace Pizza Napoletana jedenfalls an. In ihr haben sich Menschen zusammengefunden, die sich weltweit für den Erhalt der echten neapolitanischen Pizza einsetzen.

1984 wurde der Verband von traditionellen Pizzabäckern und den Besitzern berühmter Restaurants in Neapel gegründet. Sie stellten Regeln auf in der Überzeugung, dass die Pizza aus Neapel keinen Erfinder, keine Väter oder Meister hat, sondern das Resultat des Genies der Menschen der Stadt ist.

Die Assoziation hat ein Kommitee gegründet, das überprüft dass die Pizzen den traditionellen Standards entsprechen. Fast-Food-Ketten, die ihrerseits Pizzas verkaufen, sind ihnen ebenso ein Dorn im Auge wie schlampig hergestellte Produkte in Restaurants. Mitglieder, die sich vor ihrer Aufnahme selbstverständlich einer strengen Kontrolle unterziehen müssen, gibt es nicht nur in Italien.

Mit über 50 Restaurants und Pizzerien ist Neapel natürlich Zentrum des VPN-Universums. Aber auch in Japan, Australien und den USA muss man nicht auf den Genuss einer ausgezeichneten Pizza verzichten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die VPN vergibt das Gütesiegel D.O.C.. In Deutschland hat sich immerhin auch ein Restaurant den Traditionsbewahrern angeschlossen: die “Pergola” in Kaufbeuren. 

Vielleicht haben die Allgäuer auch eine Siegchance beim diesjährigen Pizza-Fest. Vom 11. bis 13. September läuft im Kulturzentrum Mostra d’Oltremare in Neapel der internationale Wettbewerb “Vota la Pizza 2007″.