Samstag, 13. Oktober 2007
Einen Kranich trompeten zu hören, ist eindrucksvoll. 1000 Kraniche zu hören isr unvergesslich. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft halten sich im Herbst bis zu 45.000 Kraniche gleichzeitig auf. Sie sind auf dem Zug. An ihren Brutplätzen in Skandinavien und Nordosteuropa können sie sich keine Reserven anfressen, sie würden zu schwer. So nutzen sie die ungestörten großen Rastplätze im Nationalpark zum Auftanken.
Vor allem in den großen Flachwasserzonen um die Insel Bock und in der Udarser Wiek bei der Insel Ummanz können die Vögel sehr gut beobachtet werden. Auch auf der Insel Kirr rasten regelmäßig einige tausend Kraniche. An all diesen Orten gibt es spezielle Beobachtungsplattformen. Dort stehen zumeist auch Mitarbeter der Nationalparkwacht als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.
Bereits vor der Zeit Karls des Großen wurden Kraniche als Wachtiere gehalten, die mit lautem Trompeten vor Raubwild oder Greifvögeln warnten. Sie leben in Dauerehe. Nach dem Verlust des Partners sucht das Alttier oft wochenlang nach seinem Gefährten. Auf dem Zug können Strecken bis zu 2000 Kilometern in einer Geschwindigkeit von maximal 100 Stundenkilometern bei Rückenwind zurückgelegt werden. Und eine dieser Routen führt eben Jahr für Jahr durch den Nationalpark.
Freitag, 12. Oktober 2007
Elbsandsteingebirge – Eigentlich ist diese für die Sächsisch-Böhmische Schweiz gebräuchliche Bezeichnung ein Schwindel. Was manchem wie ein Gebirge erscheinen mag, ist eigentlich der Grund eines 100 Millionen Jahre alten Kreidemeeres. Doch ob Schwindel oder nicht – was die Elbe und ihre Nebenflüsse in Jahrmillionen geschaffen haben, ist eine beeindruckende bizarre Ruinenlandschaft aus Quadersandstein.
Die Schroffheit des obersten Stockwerks und Höhenunterschiede bis zu 450 Metern auf engem Raum prägen den besonderen Charakter der Sandsteinlandschaft. Kegelförmige Basaltberge und angrenzende Hanglagen aus Granit ergänzen das Landschaftsbild.
Ist der Nationalpark Elbsandsteingebirge auch ein geschütztes Gebiet, so ist das Betreten dennoch erlaubt. So gibt es 400 Kilometer markierte Wanderwege mit Stiegen und Brücken sowie sondermarkierte Bergpfade für versierte Bergwanderer. An 745 Kletterfelsen gibt es fast 12.000 Wege verschiedener Schwierigkeitsgrade. Zahlreiche Aussichtspunkte mit Panoramablick sorgen für ebenso beeindruckende Erlebnisse in Sachsens einzigem Nationalpark wie eine Bootsfahrt auf der Oberen Schleuse bei Hinterhermsdorf oder eine Fahrt mit der historischen Kirnitzschtalbahn.
Sonntag, 7. Oktober 2007
Auch in Mitteleuropa gibt es Wildnis. Die Hochregion der Alpen und große Teile des Wattenmeeres an der Nordseeküste sind bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand. Die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen haben ihre Wattenmeeranteile als Nationalparks ausgeschrieben. Der schleswig-holsteinische Park ist der größte zwischen Nordkap und Sizilien und auch im Herbst einen Besuch wert.
Im Nationalpark sind traditionelle Naturnutzungen wie die Krabben- und Muschelfischerei zugelassen. Das Potenzial des Parks liegt aber nicht in der Nutzung der Rohstoffe, sondern in der Faszination ungestörter Natur, die die Besucher anzieht. Strandspaziergänge, Wattwanderungen, Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken oder Vögelbeobachtungen in den Salzwiesen sorgen für einmalig schöne Erlebnisse.
Das Multimar Wattforum in Tönning ist das größte Informationszentrum für das Wattenmeer. Spannend werden dort die Geheimnisse des einzigartigen Lebensraumes präsentiert. Im Wattforum schlüpft der Besucher selbst in die Rolle des Forschers und Entdeckers, es wird kein trockenes Wissen vermittelt, sondern Spiel, Spaß und Spannung garantiert. Neben 12 Groß- und 17 Kleinaquarien bietet das Zentrum eine multimediale Ausstellung für jedes Alter.