Mittwoch, 10. September 2008
Das Museumsgebäude zählt zu den ältesten und schönsten noch erhaltenen Ebersbacher Fachwerkhäusern. Es wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und dürfte eine Zeitlang die von 1519/20 bis 1698 in Ebersbach untergebrachte Thurn und Taxis’sche Poststation beherbergt haben, wie der Name “Alte Post” nahelegt.
Im vergangenen Jahr wurde die dreiteilige Ausstellung über die Entwicklung des Campings in Deutschland mit dem Thema “Unter freiem Himmel, die Sterne über uns” gestartet. Der erste Teil beleuchtete die Anfänge des Campings von den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1945. Am 21. September wird nun der zweite Teil, “Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder” eröffnet und die Zeit zwischen 1946 und 1960 in den Mittelpunkt gerückt.
Für den dritten Teil, “Vom Wirtschaftswunder in die Ölkrise (1961-1975)” werden vom Museum Gegenstände aller Art als Leihgaben gesucht. Insbesondere sind die raren Objekte von Interesse. Dreidimensionale Objekte, Ausrüstungsgegenstände, alte Regenmäntel, kleine Zelte und Anhänger, sowie kleine Wohnwagen, Bücher, Zeitschriften und Bilder, auch Zeitzeugenwissen ist gefragt. Archivar Uwe Geiger, freut sich über einen Anruf unter (07163) 16 11 51.
Foto: Stadtmuseum Ebersbach/Fils
Donnerstag, 15. Mai 2008
Man muss nicht selbst eine besessen haben, aber wohl jedem ist die Käthe-Kruse-Puppe ein Begriff. Anfang des 20. Jahrhunderts stellte die Künstlerin Puppen her, die ihren eigenen Töchtern nachempfunden waren, und durch ihre einzigartige Natürlichkeit schnell Anhänger in aller Welt fand.
Untrennbar mit ihr ist der Ort Bad Kösen in Sachsen-Anhalt verbunden, wo sie ihre Puppenwerkstätten von 1912 bis 1950 führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bad Kösen sowjetische Besatzungs-zone. 1950 flüchtete Käthe Kruse aus der DDR nach Donauwörth. Dort hält auch heute noch ein Museum die Erinnerung an ihr Schaffen wach.
Die meisten Mitarbeiter konnten Kösen allerdings nicht verlassen und fertigten unter Treuhandverwaltung Puppen in der Tradition von Käthe Kruse. 1953, nach Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb, hieß die Manufaktur VEB Puppenwerkstätten Bad Kösen und die Puppen erhielten fortan die Bezeichnung “Kösener Künstlerpuppen”.
Dieser Zeit bis zur Wende ist eine Sonderausstellung mit dem Titel “Käthe Kruse in der Ostzone” gewidmet. Neben Kösener Künstlerpuppen im Stil von Käthe Kruse sind Fotos und Originalkataloge, Plüschtiere, Spielwaren aus “Plaste” sowie Modellautos aus der DDR im Museum zu sehen. Für die Zeit nach der Wende stehen Spielzeugtiere aus der heutigen Kösener Spielzeug Manufaktur.
Foto: Stadt Donauwörth
Dienstag, 22. April 2008
Urmel aus dem Eis, Jim Knopf, die Muminfamilie. Vielen Campingfreunde werden sich bei diesen Namen an ihre Kindheit erinnert fühlen. Lange bevor “Eine Insel mit zwei Bergen” ein Pophit wurde, flimmerten die Geschichten der Augsburger Puppenkiste über die – in den Anfangsjahren größtenteils noch schwarz-weißen – Mattscheiben. Die Puppenkiste wurde durch unzählige Fernseh- und Theaterproduktionen weit über die Grenzen Augsburgs hinaus bekannt.
Die genannten Hauptdarsteller sind nur einige der über 6000 Figuren aus dem Fundus des Marionettentheaters, die zu Helden ganzer Generationen von Kindern in aller Welt wurden. Bis heute begeistert die Puppenkiste und entführt in ein Reich der Phantasie. Mit der großen Jubiläums-Sonderausstellung “60 Jahre Augsburger Puppenkiste” bietet sich eine ideale Gelegenheit, die berühmten
Theater- und Fernsehmarionetten, aber auch Hintergrundinformationen über die Geschichte, die Macher und die nicht minder spannenden Theater- und Dreharbeiten der letzten 60 Jahre zu erleben.
Dabei werden auch Marionetten und Fotodokumente präsentiert, die noch nie oder seit langem nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen waren. Mit seiner Jubiläumsausstellung vom 7. Mai bis 9. November wird das Museum “die Kiste” erneut unter Beweis stellen, dass es die Bezeichnung “Louvre der Kinderunterhaltung” mehr als verdient.
Foto: Augsburger Puppenkiste
Freitag, 23. November 2007
Die Concorde fliegt schon lange nicht mehr, aber sie kann besichtigt werden. Im Auto&Technik Museum Sinsheim hat sie neben ihrem sowjetischen Pendant, der Tupolev TU-144 einen Platz gefunden. Beide Modelle auf dem Museumsdach sind begehbar. Und das ist bei weitem nicht das einzig Interessante an dem eine Stunde südlich vom Frankfurter Flughafen gelegenen Museum.
Rund eine Million Besucher aus Deutschland und der Welt kommt jährlich, um die mehr als 3000 Exponate auf über 30.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu besichtigen. Die Vielfalt des Museums reicht von den ersten Automobilen bis hin zu Formel-1-Boliden. Die über 300 Oldtimer bieten einen repräsentativen Querschnitt durch alle Automarken und Epochen.
Aber nicht nur nüchterne Technik ist in Sinsheim zu bewundern, sondern auch kunstvoll gekleidete Puppen in der Mode vergangener Tage und mechanische Musikinstrumente, die einen Hauch von Nostalgie mit romantischem Einschlag vermitteln. Eine besondere Attraktion auf dem Gelände des Museums ist das IMAX-3D-Filmtheater mit 350 Sitzplätzen, das auf 600 Quadratmetern Leinwand Bilder fast zum Anfassen bietet.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
In einer dreiteiligen Ausstellungsreihe wird im Stadtmuseum Ebersbach/Fils bei Stuttgart die Geschichte des Campings dargestellt. Mit dem Titel “Unter freiem Himmel die Sterne über uns” wird der Zeitraum von den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg bis 1945 beleuchtet.
Urlaub konnten sich 1919 nur wenige leisten. Einen gesetzlichen Anspruch gab es nicht. Sonntags suchte man Erholung und Bewegung in der Natur, packte Faltboot und Zelt, die Wochenendbewegung war geboren.
Zu den Pionieren des Campings gehören die Faltbootfahrer, die bei ihren Wasserwanderungen in Zelten nächtigten, die sie am Ufer aufstellten. In den 20er Jahren erfreute sich dieses Freizeitvergnügen wachsender Beliebtheit. Im Juli 1934 fuhr Friedrich Bittlingmaier mit seiner frisch angetrauten Ehefrau in die Flitterwochen – mit einem Motorrad Triumph und nur wenig Gepäck. Geschlafen wurde im Dreieck-Firstzelt.
Der praktische Anhänger “Hausdabei” des engagierten Faltboot- und Zeltherstellers Hans Berger trug zur Entwicklung des Campings in Deutschland bei. Mit nur wenigen Handgriffen war ein Zelt mit festem Boden und eingebauten Betten aufgestellt. Die erste Ausfahrt mit dem Prototyoen der Firma Schweikert aus Ebingen führte 1936 nach Überlingen am Bodensee. “Dieses Ding” sorgte für Aufsehen, was Hans Seitz dazu brachte, den Wohnwagen in Serie zu produzieren. 1937 erhielt er die Typenprüfung in Berlin, ab 1938 traf man sich regelmäßig mit der Kundschaft zu Pfingsten.
Der Auftakt der Ausstellungsreihe ist noch bis zum 20. Januar kommenden Jahres zu sehen. Am 14. September folgt dann “Nachkriegszeit und das Wirtschaftswunder” (1946-1960) und am 14. September 2009 “Vom Wirtschaftswunder in die Ölkrise” (1961-1975) im Ebersbacher Museum.
Foto: Stadtmuseum Ebersbach/Fils
Sonntag, 21. Oktober 2007
Das Nürnberger Museum Industriekultur ist eine Einrichtung für die ganze Familie. Es erzählt mit multimedialen Inszenierungen unter anderem die Geschichte der Energie, der Telekommunikation und des Haushalts. Ausstellungsstücke kommen selbst zu Wort. So verschwören sich Herd und Kühlschrank in einer Licht- und Toninszenierung gegen die Hausfrau. Eine Technik-Revue lässt unter anderem die grausigen Zeiten lila eingefärbter Fernsehgesichter und von Dauerrauschen begleiteter Telefonate wieder aufleben.
In einer Sonderausstellung wird ab 26. Oktober unter dem Titel “Top Secret” die Welt der Spionagetechnik vorgeführt. Yul Brynner, Clint Eastwood, Richard Burton – sie waren Protagonisten der Spionagethriller des Kalten Krieges. Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und nun Daniel Craig verkörperten den wohl berühmtesten Leinwandagenten: James Bond.
Doch mit der Wirklichkeit im Geheimdienst haben sie alle nur wenig zu tun. Sie spielt sich eher in einer Atmosphäre der Sachlichkeit ab, die keinen Platz für Agentenromantik lässt. Auf rund 350 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert das Museum dieses auch heute noch brandaktuelle, spannende und faszinierende Thema. Die gezeigten Objekte reichen dabei vom ferngesteuerten BMW aus dem Bond-Film “Der Morgen stirbt nie” über reale Technik aus der Welt der Spionage bis hin zur immer kleineren und raffinierteren Überwachungs- und Abhörtechnik der Industriespione.
Freitag, 5. Oktober 2007
Können wir unseren Augen trauen? Sehen wir die Welt tatsächlich so wie sie ist? Nach einem Rundgang durch das Museum 3. Dimension in Dinkelsbühl steht zumindest eines fest: Der Mensch täuscht sich selbst. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Faszination Raum.
Auf drei Etagen widmet sich das Museum der Dreidimensionalität. Täuschung inbegriffen. Denn wenn zweidimensionale Bilder plötzlich Tiefe zeigen und Kreise zu Kegeln werden, dann hat sich das Gehirn täuschen lassen. Dass Humor 3-D-tauglich ist, beweist das Museum gleich im Erdgeschoss, wo in liebevoller Kleinarbeit dreidimensionale Welten entstanden sind, die zum Schmunzeln einladen.
In der ersten Etage eröffnet die 3-D-Brille fantastische Welten. Der verhüllte Reichstag erscheint ebenso zum Greifen nahe wie zahlreiche Naturaufnahmen und Motive aus Technik und Kunst. In der oberen Etage schließlich verblüffen Hologramme und die Geheimnisse der Glasscheiben in der Mitte des Raumes lassen sich nur durch den richtigen Blickwinkel entschlüsseln.
Das Museum 3. Dimension ist weltweit das einzige seiner Art. 1987 wurde es in Dinkelsbühl eröffnet und zeigt außer zahlreichen Werken und Techniken zur Tiefenerzeugung auch einen Teil der bedeutendsten stereoskopischen Kunstsammlung aus dem Besitz des Frankfurter Designers Gerhard Stief.