Mittwoch, 14. November 2007

beaujolais_46481.jpg“Beaujolais nouveau est arrivé” – “Der neue Beaujolais ist da.” Auf diesen Satz warten Weinfreunde jedes Jahr. Der Beaujolais Primeur kommt am dritten Donnerstag im November, in diesem Jahr am 15., in den Handel. Um den Tropfen, der von Weinkennern eher skeptisch betrachtet wird, ist ein wahrer Kult entstanden. In Frankreich werden die Bistros schon um Mitternacht gestürmt, um ein Glas von dem neuen Beaujolais bekommen, zu den größten ausländischen Abnehmern gehören Japan, die USA und Deutschland.

Der Primeur war der erste Wein, der schon im Jahr seiner Herstellung verkauft werden durfte. Am 13. November 1951 erstritten sich die Winzer eine Ausnahmegenehmigung vom französischen Weinrecht. Die Form der Vermarktung, den Wein am dritten Novemberdonnerstag einzuführen, wurde von Georges Duboeuf 1953 begonnen.

Ursprünglich war das Trinken des jungen Primeurs nur eine Freizeitbeschäftigung englischer Dandys. Sie flogen in das Burgund, um sich den allerersten neuen Wein zu beschaffen. Doch schon lange ist das Trinken des Beaujolais Primeur nicht mehr nur ein Vergnügen für die Upper-Class. Fast eine Million Hektoliter aus rund 25 Millionen Flascen rinnen weltweit durch die Kehlen der Weinfreunde.



Sonntag, 28. Oktober 2007

nikolaus_27gross.jpgWer sagt denn, dass Museen immer einen leicht angestaubten Charakter haben müssen? Das Schokoladenmuseum in Köln ist jedenfalls ganz anders. Vor 14 Jahren wurde auf der Rheinauhalbinsel das erste und in dieser Form einzigartige Museum der Welt eröffnet. Seitdem haben sich mehr als fünf Millionen Gäste aus aller Welt in das süße Geheimnis der Schokolade einweihen lassen. Auf 4000 Quadratmetern können die Besucher die Ausstellung nicht nur sehen, sondern auch fühlen, riechen und sogar schmecken.

Der Erlebnischarakter des Museums wurde durch eine außergewöhnliche Rauminszenierung noch mehr in den Vordergrund gerückt. Wände in stimmungsvollen Farben, verdunkelte Ausstellungsräume mit gezielt beleuchteten Objekten und Elemente, die mit der Neugier des Betrachters spielen, betonen die sinnlichen Aspekte des Ausstellungsthemas. Weitere Erlebniselemente sind das begehbare Tropenhaus, die Produktion und das Schoko-Kino.

Wer das Museum besucht, begibt sich auf eine Reise in die 3000-jährige Kulturgeschichte der Schokolade.  Die erste Etappe führt in die Heimat des Kakaos. Anbau und Ernte sind durch beeindruckende Fotos dokumentiert, noch anschaulcher sind die Kakaobäume und rund 60 weiteren Pfanzenarten. In der Produktion kann beobachtet werden, wie Tafelschokolade, Trüffel und Hohlfiguren entstehen.

An einem märchenhaften Schokoladenbrunnen darf dann genascht werden. Pro Jahr werden dort ewa 3000 Kilo Schokolade verteilt. Im Kultschokoladenladen dreht sich alles um 24 herausragende Produkte der Schokoladenindustrie – von Ritter Sport über das Überraschungsei bis zur Halloren Kugel. Einen Streifzug durch die Geschichte der Schokoladenwerbung im 20. Jahrhundert können die Besucher schließlich im Schoko-Kino des Museums unternehmen, in dem Werbespots von 1926 bis heute gezeigt werden.

Foto: Schokoladenmuseum Köln



Sonntag, 22. Juli 2007

menschen_napoli_17.jpgSie gehört zu Italien wie die Pasta oder der schiefe Turm von Pisa: die Vespa. Wäre “Ein Herz und eine Krone” so ein Erfolg geworden, ohne die Szenen, in denen Gregory Peck und Audrey Hepburn auf ihr durch Rom brausen, und würde man sich ohne ihr Geknatter wirklich in Italien fühlen? Wohl kaum.

Eigentlich wollte Corradino D’Ascanio einen Hubschrauber bauen. Das gelang ihm zwar nicht, aber trotzdem unternahmen er mit dem von ihm entwickelten Motorroller und die Firma von Enrico Piaggio ab 1946 wahre Höhenflüge. Vor genau 60 Jahren wurde das im Prototyp “Paperino”, dem italienischen Namen für Donald Duck, bezeichnete Gefährt erstmals exportiert. In den 50er Jahren rollte die “Wespe” auf Straßen in aller Welt, wurde in 13 verschiedenen Ländern gebaut und in 114 Länder verkauft. 1956 verließen eine Million Vespas die Produktionsstätten. Zeugnis ihrer Popularität sind nicht nur die zahlreichen Nebenrollen im Kino, sondern auch die vielen Fotos, auf denen sich Filmstars wie Ursula Andress, Gary Cooper und Jean-Paul Belmondo mit ihr ablichten ließen.

Ließ mit den immer erschwinglicher werdenden Autos auch die Euphorie nach, Kult ist die Vespa bis heute. Sie wird immer noch produziert, aber Liebhaberpreise erzielen natürlich die älteren und raren Modelle.

Die Vespa hat übrigens eine Schwester, die in ihrem Heimatland nicht minder bekannt ist. Auch jeder Italienurlauber kennt die Ape. Als Lieferwagen beispielsweise für Obst- und Gemüsehändler ist die dreirädrige “Biene” ein typisches Bild in Italiens Städten.