Montag, 23. Juli 2007

london_parl1.jpgPopulär wie in Deutschland Maggi Würze, ist in England die HP Sauce. Doch nicht nur in Suppen und Eintöpfen ist sie als Zutat sehr beliebt, sondern auch auf Fleisch, Fisch oder Pommes. Mit fast 75 Prozent ist sie unangefochtener Marktführer und auch wenn die Essignote vorrangig britische Gaumen erfreut, lohnt sich ein Test auch für deutsche Genießer.

Für die Namensherkunft gibt es zwei Erklärungen. Frederick Gibson Garton, der die Sauce 1896 erfand, gab ihr den Namen HP, weil er mitbekommen hatte, dass sie in einem Restaurant des Parlamentes (Houses of Parliament) serviert wurde. So wurde auch ein Bild des Parlamentssitzes auf das Etikett gedruckt.

Die zweite Geschichte ist noch eine Spur origineller, wenn vielleicht auch nicht so authentisch. Glaubt man ihr, wurde die braune Flüssigkeit von einem Harry Palmer entwickelt. Beim Pferderennen hatte Palmer dann eine Pechsträhne und verkaufte das Rezept an Garton, um seine Schulden bezahlen zu können.

Schulden spielen jedoch auch eine Rolle in der offiziellen Produktgeschichte. Um seiner knappen Finanzlage zu entrinnen, verkaufte Garton Rezept und Namen an Edwin Samson Moore, den Besitzer der Midlands Vinegar Company. Der brachte die Sauce dann 1903 auf den Markt. Zu den großen Fans von HP gehörte ein PM. Die Frau von Premierminister Harold Wilson verriet in einem Zeitungsinterview, dass der einzige Fehler ihres Mannes das Ertränken aller Speisen in HP Sauce wäre.

Zu Wilsons Amtszeit in den 60er und 70er Jahren wurde die Sauce noch von HP Foods produziert. Mittlerweile wurde die Firma an das Unternehmen Heinz verkauft. Das verlegte den Produktionssitz von England in die Niederlande. Mit dem Abriss der alten Fabrik wurde in diesem Monat begonnen. Die Protestwelle im Vorfeld zeigt die Popularität von HP. So wurde zum Boykott von Heinz-Produkte aufgerufen, Mahnwachen abgehalten und der Abgeordnete Khalid Mahmood schwang im Unterhaus eine HP-Flasche wie ein Schwert, um seinen Protest zu bekräftigen.