Donnerstag, 9. August 2007

test_076.jpgEs ist ein teures Vergnügen. Viel teurer etwa als sich auf Venedigs Wasserstraßen mit dem Wassertaxi, dem Vaporetto, befördern zulassen. Aber die Fahrt mit einer Gondel ist und bleibt ein einmaliges Erlebnis. Auch wenn die Gondolieri heutzutage höchstens noch gegen Aufpreis italienische Liebeslieder schmettern.

Etwa im 11. Jahrhundert waren die Holzboote erstmals auf den Kanälen der Lagunenstadt unterwegs. Anfangs gab es sie noch in vielen verschiedenen Farben, die verschiedenen Adelshäuser wollten sich im Prunk ihrer Wasserfahrzeuge gegenseitig überbieten. Erst ein Gesetz, das der venezianische Senat 1562 erließ, schrieb einen einheitlichen schwarzen Anstrich vor.

Geblieben ist allerdings, dass ausschließlich Männer die Gondola mit einem mehrere Meter langen Ruder an allen Hindernissen vorbei geschickt durch die Stadt manövrieren. Fast. Denn nach jahrelangem Kampf hat es die seit zehn Jahren in Venedig lebende Alexandra Hai geschafft eine Lizenz zu bekommen. Mehrere Male hatte die Kommission sie durchfallen lassen. Sie klagte – und gewann.

Allerdings erreichte die gebürtige Hamburgerin nur einen Teilerfolg. Denn sie darf lediglich Gäste des Hotels, bei dem sie angestellt ist, befördern und im Club der Gondolieri ist sie auch nicht Mitglied. So wird der Begriff “gondoliera” auch weiterhin ein Fremdwort in der italienischen Sprache bleiben.