Sonntag, 16. September 2007

cimg4006.jpgZugegeben, Zeitungsseiten mit Fettflecken sind nicht jedermanns Sache. Zum Lesen ist die Zeitung, in die Fish and Chips eingewickelt werden, ja auch nicht gedacht. Außerdem ist diese Tradition praktisch ausgestorben. Was man von der Kombination Backfisch und Pommes ganz und gar nicht behaupten kann.

Fish’n'Chips zählen zu den Nationalgerichten Englands. Dazu stiegen sie im 19. Jahrhundert auf. Kleine Familienbetriebe boten ihre Produkte lautstark auf den Straßen Londons und den Städten Nordenglands feil. Der erste Fish-and-Chips-Shop eröffnete 1860 im Londoner East End. Bis heute ist es ein typisches Straßenessen geblieben, wenn es auch auf der Speisekarte vieler Pubs und sogar Restaurants erscheint. Dort muss man natürlich mit einer weiteren Tradition brechen, dem Essen mit den Fingern.

Traditionell wird Kabeljau verarbeitet, allerdings werden auch andere Fische mit weißem Muskelfleisch im Bierteig frittiert, etwa Schellfisch, Seelachs oder Scholle. In den Anfängen waren die Chips keine Kartoffelstäbchen, sondern frittierte Brotstücke.

Dönerbuden und andere Imbissmöglichkeiten machen dem Traditionsgericht seit Ende des 20. Jahrhunderts immer schärfere Konkurrenz. Dennoch werden immer noch jährlich 60.000 Tonnen Fisch und 500.000 Tonnen Kartoffeln für den Klassiker verarbeitet, der sich nicht nur auf der Insel großer Beliebtheit erfreut. Sie werden auch in den USA, Australien, Südafrika, selbst in der Volksrepublik China und dem Oman verspeist. Das Städtchen Barga in der Toskana feiert sogar jedes Jahr ein Festival der Fish’n'Chips, La Sagra del Pesce e Patate.