In einer dreiteiligen Ausstellungsreihe wird im Stadtmuseum Ebersbach/Fils bei Stuttgart die Geschichte des Campings dargestellt. Mit dem Titel “Unter freiem Himmel die Sterne über uns” wird der Zeitraum von den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg bis 1945 beleuchtet.
Urlaub konnten sich 1919 nur wenige leisten. Einen gesetzlichen Anspruch gab es nicht. Sonntags suchte man Erholung und Bewegung in der Natur, packte Faltboot und Zelt, die Wochenendbewegung war geboren.
Zu den Pionieren des Campings gehören die Faltbootfahrer, die bei ihren Wasserwanderungen in Zelten nächtigten, die sie am Ufer aufstellten. In den 20er Jahren erfreute sich dieses Freizeitvergnügen wachsender Beliebtheit. Im Juli 1934 fuhr Friedrich Bittlingmaier mit seiner frisch angetrauten Ehefrau in die Flitterwochen – mit einem Motorrad Triumph und nur wenig Gepäck. Geschlafen wurde im Dreieck-Firstzelt.
Der praktische Anhänger “Hausdabei” des engagierten Faltboot- und Zeltherstellers Hans Berger trug zur Entwicklung des Campings in Deutschland bei. Mit nur wenigen Handgriffen war ein Zelt mit festem Boden und eingebauten Betten aufgestellt. Die erste Ausfahrt mit dem Prototyoen der Firma Schweikert aus Ebingen führte 1936 nach Überlingen am Bodensee. “Dieses Ding” sorgte für Aufsehen, was Hans Seitz dazu brachte, den Wohnwagen in Serie zu produzieren. 1937 erhielt er die Typenprüfung in Berlin, ab 1938 traf man sich regelmäßig mit der Kundschaft zu Pfingsten.
Der Auftakt der Ausstellungsreihe ist noch bis zum 20. Januar kommenden Jahres zu sehen. Am 14. September folgt dann “Nachkriegszeit und das Wirtschaftswunder” (1946-1960) und am 14. September 2009 “Vom Wirtschaftswunder in die Ölkrise” (1961-1975) im Ebersbacher Museum.
Foto: Stadtmuseum Ebersbach/Fils