“Medizin muss bitter schmecken”, heißt eine Redewendung. So verwundert es nicht, dass die Getränke von Schweppes nicht gerade süß sind. Das Tonic Water wurde von englischen Offizieren 1870 in Indien erfunden, als sie eine Chinin-Tablette gegen Malaria mit Limetten, Limonen und Wasser vermischten. In den meisten Getränken der Firma ist auch heute noch Chinin enthalten.
Die Schweppes-Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Johann Jacob Schweppe erfand 1783 ein effizientes Verfahren, um Mineralwasser mit Kohlensäure zu versetzen. In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts setzt sich das in London produzierende Unternehmen auf dem heimischen Markt durch, wird 1831 königlicher Hofliferant für Sodawasser. 1851 wird die Firma Lieferant der englischen Weltausstellung. Die damals im Hyde Park aufgestellte Schweppes-Fontäne ist immer noch auf jeder Flasche abgebildet.
In den folgenden Jahrzehnten expandiert das Unternehmen, eröffnet 1884 das erste Werk in Australien, ein Jahr später die erste Produktionsstätte in New York.
Das Getränk, das auch so heißt wie es schmeckt, ist übrigens erst 50 Jahre alt. Bitter Lemon wurde von Schweppes 1957 eingeführt. Ein Jahr später liefen die Getränke der englischen Traditionsmarke auch deutsche Kehlen hinunter.
Was in Deutschland Sarotti, in der Schweiz Lindt, ist in England Cadbury: der Inbegriff für Schokolade. Bereits 1824 eröffnete John Cadbury in Birmingham ein kleines Lebensmittelgeschäft. Sieben Jahre später änderte er seine Geschäftsidee, aus dem Tante-Emma-Laden wurde der Hersteller von Trinkschokolade und Kakao. Seine Produktlinie hatte auch etwas mit seinem Glauben zu tun. Als Quäker wollte er eine Alternative zum Alkohol anbieten, den er für die Ursache für so viel Leid und Elend hielt.
Vor 110 Jahren wurde die erste Milchschokolade von Cadbury produziert. Sie war allerdings noch zu grob und trocken, nicht zart und süß genug, um zu einem Verkaufsschlager zu werden. Den brachte die Firma 1905 mit der Sorte Dairy Milk auf den Markt. Wenige Jahre später wurde sie das bestverkaufte Cadbury-Produkt, in den 20er Jahren die beliebteste Milchschokolade auf der Insel. Eine Position, die sie auch heute noch hält.
In den Folgejahrzehnten kamen viele weitere Produkte von Cadbury auf den Markt. Eines hat sich aber nicht geändert, das Rezept der Dairy-Milk-Tafel. Sein wichtigster Bestandteil ist die Milch: eineinhalb Gläser pro halbem Pfund Schokolade. Das Logo mit den beiden Milchgläsern erinnert auch heute noch auf jeder Packung daran.
Wer in England ist, wird an einer traditionellen Institution nicht vorbeikommen: dem Pub. Um es vorwegzunehmen, es darf sowohl der als auch das Pub gesagt werden. Aber das nur nebenbei. Wie bei so vielen Dingen, die in diesem Blog beschrieben werden, kamen die Erfinder aus einem ganz anderen Land. Die Public Houses gehen nämlich auf die römischen Besatzer der Antike zurück. Sie siedelten Gasthäuser an den Knotenpunkten des von ihnen errichteten Straßennetzes an.
Pubs haben mit deutschen Kneipen wenig gemein. Das fängt schon bei der Einrichtung an, bei der Holz und Teppichböden dominieren, was den Eindruck eines gemütlichen Wohnzimmers mit Theke erweckt. Dort werden die Getränke bestellt, abgeholt und auch gleich bezahlt. In England wird man übrigens nicht schief angesehen, wenn man ein einzelnes Pint mit Kreditkarte bezahlt. Wegen des begrenzten Sitzplatzangebots ist die Theke auch der Sammelpunkt für die meisten Pubgäste.
In Pubs wird nicht nur getrunken und geklönt, sondern kann auch gegessen werden. Zu den probierenswerten Standards des Bar Foods gehören kalte und warme Sandwiches, zu denen oft eine Suppe gegessen wird, und verschiedene Variationen von Pasteten (Pies).
Die Uhr sitzt den Barflys übrigens nicht mehr so im Nacken wie früher. Die Sperrstunde um 23 Uhr, die mit dem Ruf “Last order” eine Viertelstunde vorher angekündigt wurde, ist vor allem in den Großstädten Geschichte. Dort haben die Pubs oftmals bis 2 Uhr geöffnet. Geschichte sind damit auch die Panikbestellungen, die dann in der letzten Viertelstunde hastig heruntergeschüttet wurden.
Was gibt es Englischeres als die Tea Time? Das ist man jedenfalls versucht zu glauben. Doch es war eine Portugiesin, die die Teekultur nach England brachte. Seither ist bei weitem nicht nur der Nachmittag Zeit für den Tee, sondern fast rund um die Uhr..
“Wir trinken keinen Tee, aber ein Bier wird es vielleicht auch tun”, bekam Katharina von Braganza von ihrem Gemahl König Charles II. zu hören, als sie um eineTasse Tee bat, wie se es aus ihrer portugiesischen Heimat gewohnt war. Das war Mitte des 17. Jahrhunderts. Katharina führte das Teetrinken am Hof ein und der Adel ahmte es schnell nach. Sie erfand auch den Afternoon Tea. Schon um 1700 wurde in rund 500 englischen Kaffeehäusern auch Tee angeboten.
Heute liegt Großbritannien hinter China und Irland auf Platz drei der Teerangliste. Der jährliche Konsum beträgt 3,5 Kilogramm. Täglich sollen es 170 Millionen Tassen Tee sein, die britische Kehlen hinunterrinnen. Und eine besondere Bedeutung hat eben nach wie vor der Nachmittagstee.
Er wird auch Low Tea genannt, weil er früher an einem niedrigen Teetisch und eben nicht am Esstisch eingenommen wurde. Allerdings gehören nicht nur der Tee, sondern auch ein kleines Drei-Gänge-Menü zu der Zeremonie. Den Auftakt bilden Sandwiches, vorzugsweise belegt mit Gurken der Lachs, gefolgt von kleinen weichen Teebrötchen mit Sahne oder Marmelade. Zum Abschluss gibt es Gebäck.
Das United Kingdom Tea Council, allein die Existemz dieser Institution zeigt wohl die Bedeutung des Aufgussgetränks auf der Insel, vergibt jährlich einen Preis für den besten Afternoon Tea in London und im gesamten Land. In der britischen Hauptstadt ging der Award diesmal an The Dorchester Hotel, landesweit heißt der Preisträger 2007 Peacocks Tearoom in Ely, Cambridgeshire.