Es ist ein Bild, das zum sonntäglichen Frankreich gehört wie für die meisten der Gottesdienstbesuch: lange Schlangen vor den Boulangeries, den Bäckereien. Aber nicht wie in Deutschland, wo für die nachmittägliche Kaffeerunde die Leckereien besorgt werden, verlassen die Kunden den Laden mit allerlei Kuchen, sondern mit Baguette. Und zwar mit Unmengen davon.
Baguette ist in Frankreich so etwas wie ein Grundnahrungsmittel. Es liegt auf dem Frühstückstisch, gehört zum Mitagessen, entweder belegt oder als Ergänzung zur Suppe, und auch beim Diner darf es nicht fehlen. Kein Wunder also, dass am Dimanche wahre Hamsterkäufe vor sich gehen, zumal viele Bäckereien am Montag auch geschlossen haben. Wahres Kopfschütteln mögen die Kaufgewohnheiten bei deutschen Baguettefreunden auslösen, da die meisten Stangenbrote hierzulande, anders als in Frankreich, spätestens am nächsten Morgen knüppelhart sind.
Übrigens haben die Franzosen genauso wie das Croissant, das in Wien kreiert wurde, auch ihr geliebtes Weißbrot einem Österreicher zu verdanken, der nach dem Wiener Kongress ausgewandert war. Andere Quellen besagen zwar, dass ein Pole das Baguette in Frankreich empfand, aber so wäre die Geschichte nicht ganz so schön.
Zugegeben, die Tour de France übt nicht mehr den Reiz aus, wie zu der Zeit, als Kraftwerk die Frankreich-Rundfahrt besangen. Kann sich daran noch jemand erinnern? Aber das spricht ja noch lange nicht gegen Frankreich und das Campen dort. Und wenn man das Angenehme mit dem Spektakulären verbinden kann, warum nicht? Beispielsweise findet am 22. Juli die Tagesetappe auf dem Plateau de Beille, einer Hochebene in 2000 Metern Höhe, statt. Ganz in der Nähe, in Tarascon, liegt der Kawan Campingplatz Le Pré Lombard.
Von dort aus fährt sogar morgens ein Bus die Camper zum Spektakel hin und am Abend wieder zurück. So ganz nebenbei gibt es eine eindrucksvollen Tag auf der Hochebene mit einem wunderschönen Blick auf die Pyrenäen.
Ebenso interessant, wenn auch auf eine ganz andere Art, ist der Startpunkt der 19. Etappe, die am 28. Juli auf den Weg gebracht wird: Cognac. Die Cognac-Produktion hat die 20.000-Einwohner-Stadt fest im Griff. Weinkeller so weit das Auge reicht. Klar, dass man fast überall zr Verkostung eingeladen wird. Ein Museum und verschiedene Wanderwege bieten weitere Informationen rund ums hochprozentige Getränk.
Nicht zu vergessen: Im nahegelegenen Sireuil liegt der Drei-Sterne-Campingplatz Camping du Nizour am Ufer des Charente.
Zu Paris fällt einem sicherlich vieles ein: bummeln auf den Champs-Elysées, eine romantische Bootstour auf der Seine oder erhebende Stunden im Louvre. Aber Camping? Ja, auch das ist in der französischen Hauptstadt möglich. Im Bois de Boulogne (Metro: Porte Maillot) gibt es einen sieben Hektar großen Platz mit 75 Mobilhomes für vier bis sechs Personen. Die Vier-Sterne-Anlage bietet Supermarkt, Restaurant, Kabelfernsehen und Spielesaal. Und wer denn doch nicht so ganz auf den Luxus verzichten will: Die Champs sind nur zehn, Schloss Versailles gerade einmal 20 Minuten entfernt. Für den Ausflug wird sogar ein Picknickkorb gepackt.