Freitag, 10. August 2007

pict1375.JPGEnde der 80er Jahre gab es für mich in Sachen Mode nur ein Wort: Benetton. Die Boutiquen waren richtige Schatzkammern. Nur selten ging ich aus einem Geschäft ohne eine Hose, ein Hemd oder wenigstens ein T-Shirt wieder raus. Am schönsten war es, in Italien für eine Million einzukaufen. Damals zahlte man ja noch in Lire und ich hatte dieses Erlebnis auch nur ein einziges Mal. Aber dann ist irgendetwas mit den United Colors of Benetton passiert, was mich die Farben wechseln ließ.

Die Firma Benetton wurde 1965 als Familienunternehmen gegründet. Vier Jahre später öffnete in Paris das erste Geschäft außerhalb Italiens, 1980 folgte New York, zwei Jahre später Tokio. Mittlerweile ist Benetton in 120 Ländern mit rund 5000 Filialen präsent.

In den 90er Jahren machte Benetton weniger durch Kleidung als durch Schockwerbung von sich reden. Waren in den 80er Jahren fröhliche Kinder und Jugendliche verschiedener Nationen logischer Werbeträger für die United Colors, wurden im Folgejahrzehnt ölverseuchte Enten, Kinderarbeit und HIV-Positive thematisiert.

Die Mode blieb dabei irgendwie auf der Strecke. Jedenfalls für mich und viele andere. Benetton wurde zu einer Mädchenboutique und war nicht mehr das Geschäft mit pfiffigen Herrenhemden und ausgefallenen Anzügen. So bleiben nur die Standards, Rollkragenpullover und Schals. Aber wer braucht die schon im August.

Einen Kommentar schreiben