Sonntag, 23. März 2008

grappa.jpgJüngst war ich auf der Messe Pro Wein In Düsseldorf. Ich bin kein Weinexperte, kein Weinkenner, höchstens Weintrinker. Ich war dort, weil meine Frau in der Gastronomie arbeitet und wir von ihren Chefs eingeladen waren. Eine Weltreise in Sachen Wein ist aber trotzdem eine unglaublich interessante Erfahrung. Vor allem die schlauen Kommentare der wahren und selbsternannten Experten. Aber wir sind hier ja nicht beim Wein-Blogger. Ich entdeckte aber auch etwas, das für die Mobilreisenden interessant sein kann, vor allem, wenn in diesem Jahr ihr Reiseziel Italien heißt.

Nachdem ich keine Lust mehr hatte, den in Gefäßen spuckenden Weintestern zuzusehen, wandte ich mich einem Grappa-Stand zu. Na klar, Grappa kennt jeder spätestens vom letzten Schluck beim Italiener. Aber das waren ja nun Profis. Kosten wollte ich, nicht mich betrinken. Und der Signore leitete mich auf die für mich passende Grappa-Richtung. Möglichkeiten gab es ungefähr genauso viele wie am Kreisverkehr rund um den Triumphbogen falsch oder eben richtig abzubiegen.

Meine Richtung auf dem grappaschen Place d’Etoile führte mich zum, so der Experte, “Rolls Royce der Grappe”. Gebrannt wird er aus der Rebsorte Picolit Bianco. Und die wurde schon im Römischen Reich angebaut. Die Traube aus der Region Friaul ist zwar klein, aber von großer Bedeutung. Ende des 18. Jahrhunderts wurden aus ihr Dessertweine für die Höfe Deutschlands, Englands und Frankreichs gekeltert. Wäre es nicht nur eine Trinkprobe gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich ob dieser geschichtsträchtigen Bedeutung verschluckt. Doch so blieb die nur Würdigung der guten Idee der Familie Nonino, die als wohl einzige in Italien auf die Idee kam, daraus einen unglaublich sanften und schmackhaften Grappa zu brennen.

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