Auch die iPhone-Euphorie hat nichts daran geändert. Die Amerikaner sind nicht die handyverrückteste Nation. Das ist auch Deutschland nicht, obwohl man nach einer Fahrt in einem Bus nach Schulschluss einen anderen Eindruck bekommen könnte. Nein, es sind die Italiener, die auf ihr Mobiltelefon schwören wie niemand sonst. Dort heißt es – wie in allen englischsprachigen Ländern auch – nicht Handy, sondern Telefonino.
Rein statistisch hat jeder fünfte Mensch auf der Welt ein Handy. In Italien kann man das Gefühl bekommen, dass statistisch jeder Italiener fünf Mobiltelefone hat. Die Zahlen bestätigen diesen Eindruck. Während in den USA auf 100 Einwohner 76 Mobilfunkanschlüsse kommen, sind es in Deutschland 104 und in Italien 120.
Lange vorbei sind die Zeiten, als man sich in lange Schlangen reihen musste und dann in einer stickigen Cabina Telefonica die Gettoni in den Münzschlitz werfen musste. Möglichst schnell, bevor die Verbindung abgebrochen wurde. Allerdings waren die Italiener den Deutschen in Sachen Karten-Telefonzellen auch weit voraus.
Und nun wird bei den südlichen Nachbarn telefoniert, was das Zeug hält. Ob am Strand, im Restaurant oder auf der Straße. In der einen Hand das “kleine Telefon”, mit der anderen wird gestikuliert. Denn das hat sich nicht geändert. Ebenso melden sich die Italiener am Telefon nach wie vor mit einem markanten “Pronto?”
Übrigens: Das iPhone wird auch in Italien erst Ende dieses Jahres eingeführt. Trotz aller Euphorie.