Sonntag, 22. Juli 2007

Sie gehört zu Italien wie die Pasta oder der schiefe Turm von Pisa: die Vespa. Wäre „Ein Herz und eine Krone“ so ein Erfolg geworden, ohne die Szenen, in denen Gregory Peck und Audrey Hepburn auf ihr durch Rom brausen, und würde man sich ohne ihr Geknatter wirklich in Italien fühlen? Wohl kaum.

Eigentlich wollte Corradino D’Ascanio einen Hubschrauber bauen. Das gelang ihm zwar nicht, aber trotzdem unternahmen er mit dem von ihm entwickelten Motorroller und die Firma von Enrico Piaggio ab 1946 wahre Höhenflüge. Vor genau 60 Jahren wurde das im Prototyp „Paperino“, dem italienischen Namen für Donald Duck, bezeichnete Gefährt erstmals exportiert. In den 50er Jahren rollte die „Wespe“ auf Straßen in aller Welt, wurde in 13 verschiedenen Ländern gebaut und in 114 Länder verkauft. 1956 verließen eine Million Vespas die Produktionsstätten. Zeugnis ihrer Popularität sind nicht nur die zahlreichen Nebenrollen im Kino, sondern auch die vielen Fotos, auf denen sich Filmstars wie Ursula Andress, Gary Cooper und Jean-Paul Belmondo mit ihr ablichten ließen.

Ließ mit den immer erschwinglicher werdenden Autos auch die Euphorie nach, Kult ist die Vespa bis heute. Sie wird immer noch produziert, aber Liebhaberpreise erzielen natürlich die älteren und raren Modelle.

Die Vespa hat übrigens eine Schwester, die in ihrem Heimatland nicht minder bekannt ist. Auch jeder Italienurlauber kennt die Ape. Als Lieferwagen beispielsweise für Obst- und Gemüsehändler ist die dreirädrige „Biene“ ein typisches Bild in Italiens Städten.

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