“Das alles wär’ nie passiert ohne Prosecco”, singt Annett Louisan in ihrer aktuellen Single. Mit einem Augenzwinkern nimmt sie dabei das Schicki-Micki-Image des prickelnden Getränks aufs Korn. Prosecco klingt in der Tat ein wenig nach Bussi-Gesellschaft und den “Sektsüffel-Tussis”, mit denen Superstar-Gewinner Tobias Regner nichts zu tun haben wollte. Wer ihn allerdings darauf reduziert, tut dem Prosecco Unrecht.
Prosecco ist eine weiße Rebsorte, die nur im Nordosten Italiens in der Provinz Treviso in der Region Venetien wächst. Bereits im Altertum war das Getränk als vinum pucinum sehr gefragt. Da sich der Name von der Rebsorte ableitet, könnte er praktisch überall produziert werden. Jedoch darf er nur das Prädikat DOC, Denominazione di origine controllata, tragen, wenn er aus der Region um die Gemeinden Valdobbiadene und Conegliano stammt. Mit dem italienischen Dorf Prosecco bei Triest hat der Tropfen ebenso wenig zu tun wie mit dem italienischen Begriff für trocken, secco.
In Italien wird aus den Reben Wein, Schaumwein (Spumante) und Perlwein (Frizzante) hergestellt. Letzterer ist es, der in Deutschland als Prosecco bekannt ist. Bei der Produktion wrd oftmals nur einem Stillwein Kohlensäure zugesetzt. Perlwein unterliegt in Deutschland nicht der Sektsteuer, ist also vom Prinzip rund einen Euro günstiger als ein gleichwertiger Schaumwein. Die aufwändig gestalteten Flaschen lassen den Prosecco aber zumeist dennoch als etwas Wertvolles erscheinen. Image ist eben alles.