Seit einigen Jahren zieren nicht mehr nur Sylt-Aufkleber das Heck vieler Autos. Es ist ein neuer Sticker hinzugekommen, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. Was aussieht wie ein um 90 Grad nach links gedrehtes abgemagertes Florida, ist die Halbinsel Darß in der Ostsee. Und wer nun schon weiß, wie sie aussieht, sollte sich dort auch einmal umschauen.
Bis Ende August gibt es dort auch noch eine besondere Attraktion, die 2003 ins Leben gerufenen Darß-Festspiele. Freilichtaufführungen gibt es während der Sommersaison viele. Die Festspiele auf der Halbinsel sind allerdings außergewöhnlich. Die Stücke werden nämlich wechselweise in hochdeutsch/missingsch, einer vereinfachten Version des Niederdeutschen, und auf Platt gespielt. Wer eine Version gesehen hat, kann sich die andere Variante sogar zum halben Preis ansehen.
Spielort ist die Freilichtbühne von Wieck, dem Ort, in dem der Dichter Johann Segebarth zu Hause war. Dort schrieb er auch das Stück, das in diesem Jahr auf dem Spielplan steht: De Darßer Smuggler. Erzählt wird die Episode V, Beamtenpech im Liebesglück. Ida, die Tochter des Zollbeamten, ist verliebt in Carl, den Sohn des Schmugglerhauptmanns Eiken Hans. Mit viel Dramatik, aber auch einer Menge Humor wird ein Stück Zeitgeschichte geschildert.
Bei Plattdeutsch habe ich zwar keine Chance, aber auf hochdeutsch würde ich schon gern noch ein Stück sehen. Es wird nur knapp mit der Zeit. Danke für den Tipp!
ostseelig, am Dienstag, 14. August 2007 um 14:04 Uhr
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