Trotz Andreaskreuz und Ampeln kommt es an unbeschrankten Bahnübergängen immer wieder zu Unfällen. Nach Erfahrungen des Automobilclubs von Deutschland (AvD) sind in den meisten Fällen unvorsichtige Autofahrer schuld an den oft folgenschweren Zusammenstößen. Oft fehlt das Bewusstsein dafür, wie lang der Bremsweg eines Zuges ist: “Bei 160 km/h, der an Bahnübergängen erlaubten Höchstgeschwindigkeit, hat ein Zug einen Bremsweg von bis zu 1000 Metern”, sagt Oliver Fischer, Aufsichtsbeamter bei der BG Bahnen in Erfurt. Zum Vergleich: Ein modernes Auto braucht etwa ein Zehntel.
Die vorhandenen Warnanlagen sind in den meisten Fällen ein Andreaskreuz und eine Lichtanlage. Oft jedoch werden die Lichtzeichen von den Autofahrern falsch interpretiert oder schlicht ignoriert. Selbst geschlossene Halbschranken, die nur deshalb auf der gegenüberliegenden Straßenseite offen sind, um Autofahrern im Notfall einen Fluchtweg zu lassen, werden umkurvt. Umfragen haben zudem ergeben, dass die Bedeutung der Lichtsignale vielen Autofahrern unbekannt ist.
So bedeutet bereits das Aufleuchten eines gelben Lichts ein Stoppsignal. Der AvD weist darauf hin, dass unterschiedliche Signale irritieren. Vor einem Bahnübergang kann ein gelbes Licht, ein blinkendes rotes Licht oder ein rotes Licht leuchten. Der Autofahrer wird durch die Vielzahl an verschiedenen Signalen verwirrt. Alle Signale bedeuten nach § 19 der Straßenverkehrsordnung Haltepflicht! Der AvD rät den Autofahrern zu äußerster Vorsicht an Bahnübergängen – im eigenen Interesse, denn im Falle eines Unfalls ist ausnahmsweise das Auto der schwächere Kollisionspartner – dem Zug passiert meist wenig.
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