“Jeder vierte Unfall entsteht durch die Auswirkungen von Allergien”, bilanziert Alfred Fuhr vom Institut für Verkehrssoziologie des Automobilclub von Deutschland (AvD). Die milde Witterung der letzten Tage steigert bei Allergikern das Risiko tränender Augen und Niesanfällen. Speziell diese unkontrollierbaren Reflexe können dazu führen, dass ein Fahrzeug über eine nicht unerhebliche Wegstrecke ohne Einfluss des Fahrers bewegt wird. Bei Tempo 80 ist das Fahrzeug über rund 25 Meter unkontrolliert unterwegs.
Der AvD-Experte weist darauf hin, dass ein frühzeitiger Wechsel des Pollenfilters den Anteil der Fremdkörper im Auto nahezu völligständig reduziert. Freies Atmen und klare Augen sorgen für ein sicheres und entspanntes Fahren. Die verkehrsgefährdende Situation kann bei einem ausgelösten Unfall sogar den Versicherungsschutz gefährden.
Ohne Filter kann die Konzentration von Pollen, Ozon und Schadstoffen im Fahrzeug bis zu sechsmal höher sein als in der Außenluft. Die Abgase aus der Luft und von den vorausfahrenden Fahrzeugen werden in konzentrierter Form regelrecht in den Innenraum gesaugt. Dieser “Tunnel-Effekt” kann durch den regelmäßigen Austausch des Pollenfilters weitgehend ausgeschaltet werden. Die volle Leistungsfähigkeit der Innenraumfilter über einen längeren Zeitraum ist ein entscheidender Verkehrssicherheitsaspekt.
Der AvD rät daher dringend zu einem regelmäßigen Filterwechsel. “Eine AvD-Umfrage hat ergeben, dass sich nur sehr wenige Fahrer über die Vorzüge der Filter bewusst sind. Das gilt auch für Allergiker”, führt Fuhr aus. Gerade die Werkstätten sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und die Besitzer auf die Gefahr hinweisen.