Mittwoch, 16. April 2008

karneval_der_kulturen.jpgBerlin ist nicht gerade als Karnevals-Hochburg bekannt. Der Karneval der Kulturen hat allerdings auch nichts mit Büttenreden, Narren und Kamelle zu tun. Er entwickelte sich vor dem Hintergrund der wachsenden Internationalität Berlins und als Konsequenz der verstärkten Zuwanderung von Menschen aus allen Weltregionen. Als Stadt mit der höchsten Ausländerzahl in Deutschland hat Berlin die Rolle einer “Integrationswerkstatt”.

Integration jedoch kann nur gelingen, wenn kulturelle Vielfalt, gegenseitiger Respekt und Toleranz tatsächlich erlebbar und erfahrbar sind. Berlin kann seine Internationalität als Chance begreifen und seine Rolle als Vermittler aktiv gestalten. Diese Überzeugung liegt der Idee des Karnevals der Kulturen zugrunde, der seit 1996 von der Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln initiiert und veranstaltet wird. In diesem Jahr findet er vom 9. bis 12. Mai statt.

Er reiht sich ein in die Tradition neuerer Karnevals in Europa - wie dem Notting Hill Carnival in London und dem Rotterdamer Zomercarnaval -, ist aber aufgrund der Anzahl der beteiligten Nationalitäten und des breiten kulturellen Spektrums seiner Akteure weltweit einzigartig. Der Karneval ist offen für alle; er wird von Menschen jeglicher kultureller Prägung mitgetragen als Bestandteil einer urbanen, pluralen Kultur, der sie sich zugehörig fühlen. Er ist die Plattform, auf der die Akteure selbstbewusst ihre eigene kulturelle Identität präsentieren.

Foto: Berlin.de/Antje Kraschinski

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