“Oh mein Gott! Wie sollen wir da bloß reinpassen?” Als das Ehepaar Stolle aus Bremen zum ersten Mal das Rotel betritt, ist der Schock groß, denn das Urlaubsdomizil besteht aus einem LKW-Anhänger, der an einen etwas zu groß geratenen Schuhschrank erinnert. Die einzelnen Schlafboxen sind knapp zwei Meter lang, 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch. Nichts für Leute mit Platzangst.
In Neapel geht die Reise mit dem rollenden Hotel los. Die Tour führt einmal rund um den “unteren Stiefel” Italiens. Über 3.000 Kilometer werden in 14 Tagen zurückgelegt. Keine Entspannungsreise für die 38 Gäste. 1.200 Euro pro Person kostet die gesamte Reise mit Flug aus Deutschland. So billig ist kaum ein anderer Reiseveranstalter, aber so spartanisch auch nicht. Die Nächte an Bord sind gewöhnungsbedürftig. Man liegt zwar alleine oder zu zweit in seiner Koje, aber die Plastikwände zum nächsten Passagier sind nur ein paar Millimeter dick. Das heißt, nervige Geräusche die ganze Nacht.
Busfahrer Reinhard Freudenstein ist Fahrer, Koch und die gute Seele der ganzen Reise. Doch dieses Mal scheint er vom Pech verfolgt. Sein Bus will einfach nicht mitspielen. Erst versagt die Klimaanlage den Dienst und dann tropft es auch noch aus ihr raus, immer schön auf die Gäste runter. Doch Rotelreisende sind hart im Nehmen: Sie spannen einfach ihre Regenschirme auf.
Die Erlebnisse im rollenden Schuhkarton werden am 12. November im Rahmen der Serie Campingwelten ab 12.30 Uhr auf dem MDR gezeigt.
Foto: Paul-Georg Meister/Pixelio