Am kommenden Wochenende passiert wieder das, was geschieht, wenn wir nach London oder auf die Kanaren reisen. Die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt. Ganz exakt folgt am 26. Oktober auf 2.59 Uhr eine Minute später 2 Uhr morgens. Und das ganz ohne dass wir uns von zu Hause wegbewegen müssen. Die Sommerzeit geht zu Ende, die im Frühjahr gestohlene Stunde kommt zurück. Ob dieses Hin und Her der Zeiten allerdings wirklich Sinn macht, daran scheiden sich die Geister.
Ursprünglich war Deutschland übrigens Trendsetter dieser Regelung. 1916 führte das Kaiserreich eine Sommerzeit ein, die drei Jahre später wieder abgeschafft wurde. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde sie erneut eingeführt. Ein wahres Durcheinander gab es in der Nachkriegszeit, als in den westlichen Zonen die Sommerzeit galt, während in der Ostzone einschließlich Berlin die Uhren nach Moskauer Zeit tickten, es also zwei Stunden später war. Von 1947 bis 1949 gab es dann sogar noch eine Hochsommerzeit von Mai bis Juni, in der die Zeiger nochmals um eine Stunde vorgerückt wurden.
Dieses Chaos wurde vermieden, als sich Deutschland 1980 wieder der Sommerzeit anschloss, diesmal als europäisches Schlusslicht. Allerdings taten dies Ost und West gleichzeitig, so dass es keine zwei Zeitzonen in Bundesrepublik und DDR oder gar den beiden Teilen Berlins gab. Zunächst galt die Sommerzeit vom letzten Märzsonntag bis zum letzten Sonntag im September, seit 1996 werden die Uhren erst im Oktober zurückgestellt.
Während die einen nun meinen, es würde Licht gespart, meinen die anderen, dass dafür die Heizkosten in den kalten Monaten mit Sommerzeit, März, April und Oktober, ansteigen. Wer auch immer Recht hat, über die zusätzliche Stunde Schlaf wollen wir uns nicht beschweren. Das Thema können wir ja wieder am 29. März 2009 ansprechen, dann werden uns das nächste Mal 60 Minuten geklaut.
Foto: berwis/Pixelio