Mittwoch, 4. Juni 2008

theater1979 war das Theater der Nationen in Hamburg zu Gast. Dieses Prestigeprojekt wird zur  Geburtsstunde von Theater der Welt, dem bedeutendsten internationalen Theaterfestival Deutschlands. Analog zum Pariser Gastspiel sollte es hierzulande die Aufgabe übernehmen, Theater aus allen Teilen der Welt alle zwei bis drei Jahre in einer anderen deutschen Metropole zu präsentieren. Jeder Zyklus sollte die persönliche Handschrift eines neuen Künstlerischen Leiters tragen.

Theater der Nationen und Theater der Welt sind Projekte des Internationalen Theaterinstituts (ITI), das in über 90 Ländern tätig ist. Dieses weltumspannende Netzwerk des Theaters wurde 1946 auf Betreiben der UNESCO gegründet. Schon in der Nachkriegszeit vermittelte es zwischen den Fronten, förderte den Austausch und die Verständigung der Kulturen und wurde so zum Brückenbauer in Zeiten des Kalten Krieges. Heute hat sich diese Ost-West-Relation in eine Nord-Süd-Relation gewandelt.
Das ITI unterstützt Künstler gerade auch in Gebieten, in denen das Theater aus politischen, ökonomischen, religiösen oder kulturellen Gründen an den Rand gedrängt, isoliert oder verboten wird.

Unter dem Motto “Komm! Ins Offene”, einem Aufruf Hölderlins gegen “die bleierne Zeit”, zeigt Theater der Welt 2008 vom 19. Juni bis 6. Juli in Halle 24 internationale Uraufführungen, Europa- und Deutschlandpremieren mit 500 Künstlern aus 5 Kontinenten: 18 Tage, 18 Länder, 18 Spielorte. Die ganze Stadt wird zur offenen Bühne, verwandelt sich, legt die eigenen Fundamente offen und macht aus Besuchern Teilnehmer, Forscher und Entdecker: Auf den Spuren einer 1200 jährigen Kulturhauptstadt mit ihren Burgen, Residenzen und Ruinen, mächtigen Kirchenbauten und einer der ältesten deutschen Universitäten. Die Geburtsstadt Georg Friedrich Händels war seit Urzeiten ein Zentrum des Handels und des Geisteslebens, ein Anziehungspunkt für Dichter, Denker und Missionare. Rund 80 Vorstellungen des internationalen Schauspiels, Tanz-, Musik- und Figurentheaters werden in der Saalestadt gezeugt.

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