Was gibt es Englischeres als die Tea Time? Das ist man jedenfalls versucht zu glauben. Doch es war eine Portugiesin, die die Teekultur nach England brachte. Seither ist bei weitem nicht nur der Nachmittag Zeit für den Tee, sondern fast rund um die Uhr..
“Wir trinken keinen Tee, aber ein Bier wird es vielleicht auch tun”, bekam Katharina von Braganza von ihrem Gemahl König Charles II. zu hören, als sie um eineTasse Tee bat, wie se es aus ihrer portugiesischen Heimat gewohnt war. Das war Mitte des 17. Jahrhunderts. Katharina führte das Teetrinken am Hof ein und der Adel ahmte es schnell nach. Sie erfand auch den Afternoon Tea. Schon um 1700 wurde in rund 500 englischen Kaffeehäusern auch Tee angeboten.
Heute liegt Großbritannien hinter China und Irland auf Platz drei der Teerangliste. Der jährliche Konsum beträgt 3,5 Kilogramm. Täglich sollen es 170 Millionen Tassen Tee sein, die britische Kehlen hinunterrinnen. Und eine besondere Bedeutung hat eben nach wie vor der Nachmittagstee.
Er wird auch Low Tea genannt, weil er früher an einem niedrigen Teetisch und eben nicht am Esstisch eingenommen wurde. Allerdings gehören nicht nur der Tee, sondern auch ein kleines Drei-Gänge-Menü zu der Zeremonie. Den Auftakt bilden Sandwiches, vorzugsweise belegt mit Gurken der Lachs, gefolgt von kleinen weichen Teebrötchen mit Sahne oder Marmelade. Zum Abschluss gibt es Gebäck.
Das United Kingdom Tea Council, allein die Existemz dieser Institution zeigt wohl die Bedeutung des Aufgussgetränks auf der Insel, vergibt jährlich einen Preis für den besten Afternoon Tea in London und im gesamten Land. In der britischen Hauptstadt ging der Award diesmal an The Dorchester Hotel, landesweit heißt der Preisträger 2007 Peacocks Tearoom in Ely, Cambridgeshire.
Als Kind hat es immer sehr viel Spaß gemacht, sich mit Quallen im Meer zu bewerfen. Nach dem Überwinden des ersten Ekels flogen die glibbrigen Dinger durch die Luft. Klar, politisch korrekt war das sicherlich nicht. Aber welcher Sechsjährige ist schon immer PC? Heutzutage würde ich das natürlich nicht mehr tun.
Obwohl es ja immer noch genügend von den Tieren gibt. Mehr als genügend. Im vergangenen Jahr wurden die Küsten von Spanien, Italien und Kroatien von einer wahren Quallenplage heimgesucht. Und in diesem Jahr wird von den Wissenschaftlern auch für die Ostsee mit einer Invasion gerechnet. Wegen des milden Winters waren die Bedingungen für die Polypen, aus denen die Quallen entstehen, hervorragend. Da sich auch das Plankton, die Nahrungsgrundlage, durch das Klima sehr gut entwickeln konnte, wird 2007 ein Quallenjahr.
Die meisten der Tiere sind völlig harmlos. Die in der Nordsee beheimatete Feuerqualle, die bei Berührung schmerzhafte Rötungen auslöst, ist in der Ostsee nur ein seltener Gast. Und noch etwas: Sie sind sehr nützliche Tiere, reinigen durch das Vertilgen von Plankton das Wasser. Wenn ich das damals schon gewusst hätte…
Er wird nie ein Filmstar sein wie derzeit die Simpsons. Aber er hat sich auch nicht mit der Welt angelegt wie die gelbe Familie aus Springfield. Nein, Signor Rossi ist ein ganz höflicher sympathischer Italiener, dessen einziger Freund Gastone, der Hund seines Chefs, ist und der nur das sucht, was wir alle wollen: Glück.
Und so ganz nebenbei ist er die wohl bekannteste italienische Zeichentrickfigur. Sie stammt aus der Feder von Bruno Bozzetto. Er verschaffte Signor Rossi in seinem Kinofilm “Allegro non troppo” 1976 sogar einen kleinen Auftritt auf der großen Leinwand. Vorher waren 1960 sieben Kurzfilme mit dem kleinen Industriearbeiter entstanden. Darin geht er unter anderem zum Skifahren, macht Urlaub am Strand und kauft ein Auto. In einer Folge entdeckt er auch das Campen für sich, kehrt jedoch frustriert heim, nacdem er gemerkt hat, dass auch Campingplätze vom Alltagslärm wie Mopeds, Radios und Motorsägen eingeholt wurden.
Nach dem Kino-Kurzauftritt entstanden die drei Fernsehserien “Herr Rossi sucht das Glück”, “Herr Rossi träumt” und “Die Ferien des Herrn Rossi”, die auch in Deutschland ausgestrahlt wurden. Kurze Zeit war Signor Rossi auch die Symbolfigur der Glücksspirale. Auch wenn er längst von der Mattscheibe verschwunden ist, so bleibt doch sein “Gestatte, Rrrossi” zu Beginn einer jeden Folge unvergessen.
Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an. Und das stimmt auch – fast. Von den zahlreichen Campingplätzen in und um Bad Segeberg ist er ziemlich schnell zu erreichen. Denn auch nach Pierre Brice gibt es noch die Karl-May-Spiele in der Holsteinischen Schweiz. Seit 1952 ist es schon die 56. Auflage Noch bis zum 2. September wird Winnetou I jeweils donnerstags bis sonntags im beeindruckenden Bad Segeberger Freilichtheater gespielt.
Erol Sander (Winnetou) und Thorsten Nindel (Old Shatterhand) schlüpfen in die Rollen, die von Pierre Brice und Lex Barker unvergesslich verkörpert wurden. Sie und das gesamte Ensemble begeisterten allein in diesem Jahr mit Spannung, Romantik, Komik und Action bereits über 100.000 Zuschauer. Zwölf Schauspieler, mehr als 50 Statisten, 25 Pferde und ein Adler lassen in der Inszenierung das Publikum beim Kampf für das Gute mitfiebern.
In Deutschland war es nur ein Experiment. Nach wenigen Wochen wurde die tägliche Sportzeitung BZ Sport im WM-Jahr 2006 wieder eingestellt. In Italien ist die Sport-Tageszeitung eine Institution. La Gazzetta dello Sport ist aus der dortigen Presselandschaft nicht mehr wegzudenken.
Die erste Ausgabe der Gazzetta erschien am 3. April 1896, kurz vor den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. Sie ist nicht nur die größte Sportzeitung Italiens, sondern auch die älteste der Welt. Im Durchschnitt beträgt die Auflage 630.000, an Montagen kommen wegen der Berichterstattung über Italiens Erste Liga, die Serie A, 825.000 Stück in Umlauf.
Während das deutsche Pendant seinem Ende entgegendümpelte, erreichte die Zeitung, nach dem WM-Gewinn der italienischen Nationalmannschaft ihre Rekordauflage: 2,3 Millionen. Die Ausgabe vom 10. Juli wurde am Nachmittag und am 11. Juli nachgedruckt.
Markant an der Gazzetta dello Sport ist das rosafarbene Papier, auf dem sie gedruckt wird. Das war nicht von Anfang an so. Bis 1900 erschien sie auf lindgrünem Papier. Einer der Schwerpunkte in der Berichterstattung ist der Radsport und die Sportzeitung organisierte die ersten Radrennen Italiens. Seit 1931 ist der Gesamterste im Giro d’Italia am Rosa Trikot zu erkennen.
Neben der Mailänder Gazzetta gibt es mit der Tuttosport aus Turin sogar noch eine zweite tägliche Sportzeitung. Mit den rosa Seiten kann man sich wie ein richtiger Italiener fühlen und: Sportergebnisse kann man auch ohne Fremdsprachenkenntnisse lesen.
Sail away, dream your dream. Dem Slogan einer bekannten Biermarke kann man bei der Hanse Sail nacheifern. Mitsegeln geht gegen Gebühr und Träume dürfen bei dem Fest der schönen Schiffe im Rostocker Stadthafen unbegrenzt geträumt werden. In diesem Jahr findet es vom 9. bis 12. August bereits zum 17. Mal statt.
Die größten Windjammer der Welt können dort bewundert werden. Die beiden größten Traditionssegler der Welt, die russischen Viermast-Barken Sedov und Kruzenshtern, gehören zum Quartett der ganz Großen, das vom polnischen Hanse-Sail-Neuling Dar Mlodziezy und dem mexikanischen Schulschiff Cuauhtemoc komplettiert wird.
Mehr als 230 traditionelle Schiffe aus 14 Nationen haben sich angemeldet. Das größte Kontingent stellen die Niederländer mit 41 Schiffen, das Hanse-Sail-Partnerland Schweden ist mit zehn Teilnehmern dabei. Ein besonderer Gast ist die 60-Meter-Barkentine Concordia aus Kanada unter der Flagge der Bahamas, die während eier Weltumseglung einen Zwischenstopp einlegt.
Die Hanse Sail ist auch die Veranstaltung der Kontraste. Die Kogge ist nicht nur das Markenzeichen der Kicker des FC Hansa Rostock, sondern fünf mittelalterliche Schiffe werden mit der 290 Meter langen Star Princess, einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, passieren. Was macht es da schon,wenn am selben Wochenende die Hansa-Kicker beim FC Bayern München untergehen sollten?
Der optimale Sonnenschutz duftet nach Kokosnuss. Finde ich jedenfalls. Und damit stehe ich sicherlich nicht allein da. Sich allein mit der Sonnenmilch in die Karibik versetzt zu fühlen, auch wenn man gerade einen trüben Sommertag am Timmendorfer Strand verlebt, ist schon herrlich. Aber was meinen eigentlich die Experten zum besten Schutz vor bösen Strahlen?
In erster Linie sind die Fachleute für Sonnenanbeter Spielverderber. Sie empfehlen dichte Kleidung und dann auch noch in kräftigen Farbe, statt in sommerlichem Weiß oder Pastell. Und wenn schon entblättern, dann am besten im Schatten. Da sich aber auch die Sonnologen menschenleere Strände nicht vorstellen können, lenken sie ein.
Morgens und abends raten Hautärzte zu Sonnenschutzfaktor 10 bis 15 und tagsüber zu 25 bis 30. Die Wirkung setzt nach etwa einer halben Stunde ein. Ein noch höherer Faktor ist übrigens nur wenig effektiver. Allerdings warnen die Dermatologen auch mit Schutz vor exzessiven Sonnenbädern. Als Faustregel für die Dauer gilt 10 Minuten mal Schutzfaktor. Über Kokos äußern sich die Experten komischerweise nicht.
Zahlreiche Campingplätze gibt es auf Rügen. Ob mit Caravan oder Zelt, im Bungalow oder Ferienhaus – die Auswahl für die Campingfreunde ist groß. Es besteht also keine Not, in einem Luxushotel residieren zu müssen. Das Cliff-Hotel im Ostseebad Sellin ist aber trotzdem einen Besuch wert. Der Grund ist ein Goldstück.
Genauer gesagt, Petras Goldstück. Damit ist nicht der Liebling der Guten gemeint, sondern eine Käsekuchen-Kreation. Das Rezept dafür ging einst mit Hoteldirektor Joachim Schulz, einem gelernten Konditor, rund um die Welt. Zunächst hatte er im Berliner Hotel Kempinski gearbeitet, war dann unter anderem in London, Arabien und Hongkong tätig.
Überall wo er war, sorgte die Käsetorte für Furore. Könige und Grafen genossen sie ebenso wie Bundeskanzler, Hilde Knef liebte sie und Curd Jürgens’ Ehefrau Simone ließ sie sich sogar regelmäßig schicken. Schließlich landete das Rezept mit Joachim Schulz auf der Insel Rügen und Tamit bei Konditormeisterin Petra Köhler.
Die hütet die Rezeptur in einem Safe, verwöhnt mit dem so einfachen und doch besonderen Käsekuchen unzählige Gaumen. Neben einer Mittelholmtreppe und einem Sanddornbaumkuchen wurde das Goldstück von der Kreishandwerkerschaft zum Rügener Meisterstück gekürt. Mittlerweile stammen auch fast alle Zutaten wie Quark, Sahne, Zucker und Mehl von Deutschlands größter Insel. Nur die Zitrone und Bourbon-Vanille müssen importiert werden.
Wer das erste Mal in einem Restaurant in Italien essen geht, wird feststellen, dass allerlei Extras auf der Rechnung erscheinen. So gibt es die Position “pane e coperto”. Die auf dem Tisch bereitgestellten Knabbereien sind nämlich keineswegs eine Aufmerksamkeit des Hauses. Meistens gehören Grissini dazu. Da sie sowieso bezahlt werden müssen, kann man sie auch ruhig essen. Und beim Kauen an ihre interessante Entstehungsgeschichte denken.
Das erste Grissino wurde Mitte des 17. Jahrhunderts in Piemont gebacken. Damals diente es auch als eine Art Appetitanreger. Sein Erfinder, der Koch Brunero, war auf der Suche nach einem leicht verdaulichen Brotersatz für den erst neunjährigen Herzog von Savoia, Vittorio Amedeo II. Er war ein gebrechliches Kind und aß kaum.
Brunero nahm den damals typischen Brotlaib, Ghersa, und streckte ihn über die gesamte Spannweite seiner Arme. Der kleine Ghersa oder auch Ghersino war geboren. Das Grissino wurde sofort ein Renner, nicht nur für den kleinen Herzog. Auch ein kleiner Kaiser hörte von dessen Beliebtheit und so ließ sich Napoleon Unmengen des Gebäcks direkt aus Turin nach Frankreich schicken.
Heute gibt es Grissini nicht nur klassisch, sondern auch mit Mais, Sesam, Olive, Zwiebel, Paprika und – ganz im Trend – fettlos. Genießen wie Napoleon, das sollte einem die Gedeckgebühr schon wert sein. Die ja ohnehin bezahlt werden muss.
Grillabende sind für viele ein unverzichtbares Ritual im Sommer. Elektrogrills qualmen zwar nicht und schonen so den Garten- oder Campingnachbar, haben aber mit Barbeque-Atmosphäre nichts zu tun. Holzkohlegrills sind die Klassiker, aber es bleibt immer noch das mühsame Reinigen. Absolut unschlagbar ist eine Entwicklung aus den USA, die in diesem Sommer auch in Deutschland erhältlich ist: der Son of Hibachi.
Der Hibachi ist ein traditionelles japanisches Kochgerät. Sein Name bedeutet übersetzt Feuerschüssel. Mit dem Hibachi werden Huhn, Steaks oder auch Shrimps gegrillt. Aber das erzählt noch nicht die Geschichte des Son of Hibachi.
Zunächst einmal ist er tragbar. Die Tragegriffe werden beim Aufstellen zu Stützfüßen für den einmaligen Doppelgrill. Doch erst einmal wird er im zugeklappten Zustand mit Grillkohle bestückt. Durch seine Form ergibt sich ein Kamineffekt, der nach dem Anzünden für schnelles Durchglühen der Kohle sorgt. Pusten oder gar Experimente mit Brennspiritus gehören der Vergangenheit an.
Dann wird er wieder aufgeklappt und bietet dem Grillmeister Platz auf zwei Rosten. Nach dem Grillvergnügen wird der Son of Hibachi einfach wieder zusammengeklappt. Und zwar heiß. Die Asche landet im Aschefach und durch die Hitze werden Essenreste auf den Grillrosten einfach weggebrannt.
Dann kommt er in eine speziell beschichtete Tasche, die die Kohle erstickt und dafür sorgt, dass sie beim nächsten Mal wieder verwendet werden kann. Beim nächsten Mal, wenn der Son of Hibachi die BBQer wieder ganz sauber erwartet. Dem Werbeslogan “Das ist mehr als jeder andere Grill für Sie tun würde”, ist wohl nicht zu widersprechen.